Herr Schröder – Lehrer an der Alteburg-Schule für einen Tag

Herr Schröder – Lehrer an der Alteburg-Schule für einen Tag

Selten schafft es eine Person, Lehrkräfte, Kinder und deren Eltern gleichermaßen zu unterhalten – schließlich ändert sich das Humorverständnis eines Menschen über die Jahre hinweg doch beträchtlich. Worüber sich Jugendliche heutzutage amüsieren, verstehen Lehrkräfte meist nicht mal im Ansatz, umgekehrt finden die Kinder den Humor ihrer Eltern doch meist einfach nur „cringe“. Einer der wenigen, dem es gelingt, Jung und Alt gleichermaßen zum Lachen zu bringen, ist „Herr Schröder“, selbsternannter „Beamter mit Frustrationshintergrund“. Seit einigen Jahren tourt der ausgebildete Gymnasiallehrer Johannes Schröder mit seinem Comedyprogramm durch Deutschland und gewährt seinem Publikum Einblicke in den ganz normalen Wahnsinn deutscher Klassenzimmer, die er selbst jahrelang täglich betreten hat.

Dass Herr Schröder im Herzen aber immer noch Lehrer mit Leib und Seele ist, bewies er am Dienstag, den 28. November, als er ohne jegliche Gage mit seinem Programm an der Alteburg-Schule aufgetreten ist und die kompletten Einnahmen des Abends den Abschlussklassen R10a und R10b überlies, damit diese ihre lang ersehnte Abschlussfahrt an das Meer finanzieren können. Vorangegangen war eine Anfrage der Elternbeirätin aus Klasse R10b, Frau Waldmann, die Schröder spontan über Instagram kontaktierte und ihm vom Vorhaben der Abschlussklassen berichtete. Obwohl diese Art des Bookings bislang Neuland für ihn war, gab er ohne lange zu überlegen spontan seine Zusage und so kamen die Planungen für diesen einzigartigen Abend ins Rollen… Nicht nur die Abschlussklassen mit ihren Klassenlehrerinnen Anne Scheidler und Sabrina Teubler sowie den Elternbeirätinnen, sondern die ganze Schulgemeinde setzte alle Hebel in Bewegung, um diesen Abend zu einem ganz besonderen zu machen. Während der Hausmeister und seine fleißigen Helfer die Turnhalle bestuhlten und mit einer mehr als professionelle Bühne ausstatteten, verwandelten die Abschlussklassen den Schulhof in einen kleinen aber feinen Weihnachtsmarkt „Winter Glow“, auf dem Glühwein, Punsch und andere Leckereien verkauft wurden. Bereits in den Wochen vor der Veranstaltung rührten sie mächtig die Werbetrommel und so konnte bereits im Vorfeld der Veranstaltung die maximale Anzahl von 200 Eintrittskarten für den Abend verkauft werden. Außerdem engagierten sich auch Bürgermeister Matthias Schmitt und die Gemeinde Biebergemünd, indem sie die Pavillons zur Verfügung stellten und für die Kosten des Brandsicherheitsdienstes aufkamen. In diesem Zusammenhang leistete auch die Freiwillige Feuerwehr Biebergemünd Nord ihren Dienst. Darüber unterstützten auch die Firmen Hersa Metalltechnik GmbH, Herbst Hagebaumarkt, Kelterei Trageser, REWE Eckart OHG, Metzgerei Robert Müller und dm-drogerie markt die Veranstaltung in Form von Sach- und Geldspenden.

Als der Abend schließlich gekommen war und Herr Schröder den Schulhof betrat, konnte er seinen Augen kaum glauben und war überwältigt von dem Empfang, den ihm die Schulgemeinde bereitete. Nachdem er frisch gestärkt von Weihnachtsmarkt einige Zeit später die Bühne betrat, waren ihm direkt die ersten Lacher auf seiner Seite, als er spontan einige SchülerInnen auf die Schippe nahm, die er kurz zuvor auf dem Schulhof kennengelernt hatte. Auch im weiteren Verlauf des Abends blieb kein Auge trocken, denn in seinen pointierten Beobachtungen aus dem Schulalltag erkannte sich früher oder später jeder Zuschauer einmal wieder – egal ob SchülerIn, LehrerIn oder Eltern. Doch Herr Schröder kann nicht nur „lustig“: An diesem Abend zeigte er auch eine etwas unbekanntere, ernste Seite von sich, als er nach dem offiziellen Teil in einer für ihn ungewohnten Fragerunde dem Publikum noch Rede und Antwort stand. Neben persönlichen Fragen, die er offen und ehrlich beantwortete, entwickelte sich zum Ende der Veranstaltung sogar noch der ein oder andere philosophische Dialog über das System Schule im Allgemein. Und so wurden an diesem Abend nicht nur die Lachmuskeln der Zuschauer trainiert, sondern auch noch die Gehirnzellen aktiviert – sollte Schule nicht immer so sein?

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